HIV & AIDS

Symptome

 

Unbehandelt verläuft die HIV-Infektion von der Ansteckung bis zum Ausbruch von AIDS in vier Stadien, in denen unterschiedliche Krankheitszeichen (= Symptome) auftreten können. Wie lange diese Stadien dauern ist von Patient zu Patient unterschiedlich.

Ca. drei bis sechs Wochen nach der Ansteckung mit dem HI-Virus können grippeähnliche Krankheitszeichen auftreten:

  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Durchfall
  • Abgeschlagenheit
  • Lymphknotenschwellungen

Diese Symptome klingen nach spätestens vier Wochen wieder ab und werden von vielen Patienten gar nicht bemerkt oder fälschlicherweise für eine Grippe oder einen Magen-Darm-Infekt gehalten. In dieser Phase beginnt das körpereigene Immunsystem, die HI-Viren zu bekämpfen und bildet dafür bestimmte Abwehrstoffe (= Antikörper) (siehe auch Diagnose). Diese Antikörper können die HI-Viren zwar erst einmal in Schach halten, aber auf Dauer nicht vollständig vernichten.

Nach dieser Anfangsphase verläuft die HIV-Infektion zunächst unauffällig, und die meisten Betroffenen haben keine Krankheitszeichen und fühlen sich gesund. Das Virus vermehrt sich jedoch weiter und die Zahl der T-Helferzellen sinkt kontinuierlich ab. Das Immunsystem wird also immer weiter geschädigt und die Patienten können Andere anstecken. Die symptomfreie Phase kann auch ohne Behandlung bis zu zwanzig Jahre dauern. Je mehr Viren bei der Neuinfektion übertragen wurden, umso kürzer ist die Latenzphase. Sie dauert im Durchschnitt zehn Jahre.

Im Anschluss an die Latenzphase machen viele Infizierte ein drittes Stadium der Infektion durch. In dieser Phase treten Infektionskrankheiten häufiger als bei Gesunden auf, weil das Immunsystem schon geschwächt ist. Die Krankheiten sind aber nicht lebensbedrohlich. Typische Symptome in diesem Stadium sind:

  • Lymphknotenschwellungen
  • Nachtschweiß
  • Hautveränderungen
  • Pilzerkrankungen

Dieses Stadium kann Wochen bis Jahre dauern und geht unbehandelt in der Regel in das Vollbild der AIDS-Krankheit über.

Die Diagnose AIDS wird gestellt, wenn ein HIV-positiver Patient an bestimmten Infektionskrankheiten oder bösartigen Tumoren erkrankt. Beide nennt man AIDS-definierende Erkrankungen.

In diesem Endstadium der HIV-Infektion ist das körpereigene Abwehrsystem so geschädigt, dass es zusammenbricht. Typisch in diesem Stadium sind Erkrankungen, die von Erregern verursacht werden, mit denen ein gesundes, funktionierendes Abwehrsystem ohne Probleme fertig wird. Also Erreger, die die Gelegenheit des geschwächten Immunsystems des Patienten ausnutzen und sich jetzt unkontrolliert vermehren und die betroffenen Patienten lebensgefährlich bedrohen. Diese Erkrankungen werden auch als opportunistische Infektionen bezeichnet, abgeleitet vom lateinischen Wort „opportunitas“ für „Gelegenheit“. Zu den opportunistischen Infektionen gehören vor allem:

  • Lungenentzündungen durch den Pilz Pneumocystis carinii
  • Entzündungen des Gehirns durch die Parasiten Toxoplasmen (= Toxoplasmose)
  • Entzündungen der Atemwege und/oder der Speiseröhre durch den Pilz Candida
  • Entzündungen, insbesondere der Augen, durch das Zytomegalie-Virus
  • Entzündung der Leber (= Hepatitis) , beispielsweise durch das Hepatits-B- oder Hepatitis-C-Virus
  • Erkrankungen durch das Herpes-Virus
  • Tuberkulose

Weitere AIDS-definierende Erkrankungen sind zudem:

Wissen Ansteckungsgefahr HIV

Schon gewusst?

In der ersten Krankheitsphase, in der die Betroffenen meist noch nichts von ihrer Erkrankung wissen, vermehren sich die HI-Viren besonders stark, und die Virusmenge im Blut ist besonders hoch. Daher ist in diesem Stadium auch die Ansteckungsgefahr sehr hoch.