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Reisen

Reisen ist grundsätzlich kein Problem bei einer HIV-Infektion, sofern es Ihnen gesundheitlich gut geht. Wie bei anderen chronischen Erkrankungen auch, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Dazu gehören Fragen nach Einreisebestimmungen, einer medizinischen Versorgung vor Ort, Hygiene- und Klimaverhältnissen und eventuell notwendigen Impfungen, nicht zu vergessen ein ausreichender Vorrat an HIV-Medikamenten und einer gut sortierten Reiseapotheke.

Welche Einreisebestimmung sind zu beachten?

Kürzere Aufenthalte als Tourist sind in den seltensten Fällen ein Problem. Für längere Aufenthalte sind in einigen Ländern Aufenthaltsgenehmigungen unter Vorlagen eines negativen HIV-Tests erforderlich.

Derzeit gibt es jedoch 16 Länder, deren Gesetzeslage eine Verweigerung der Einreise von Menschen mit HIV kategorisch vorsieht.1 Die Offenlegung des HIV-Status im Visumsantrag oder im Einreiseformular zieht die Verweigerung der Einreise bzw. die sofortige Ausweisung nach sich. Dazu gehören unter anderem:

  • Bahamas
  • Irak
  • Jemen
  • Jordanien
  • Singapur
  • Sudan
  • Vereinigte Arabische Emirate

Aufgehoben wurden entsprechende Verbote kürzlich für die USA und China.

Um Probleme bei der Einreise zu vermeiden, informieren Sie sich über die aktuellen Bestimmungen des Ziellandes. Mehr Informationen dazu erhalten Sie auf folgender Website (englischsprachig) oder in diesem PDF.

Was mache ich mit meinen HIV-Medikamenten?

  • Nehmen Sie einen ausreichenden Vorrat Ihrer notwendigen HIV-Medikamente mit. Einen Teil davon sollten Sie im Handgepäck mitführen, falls der Koffer erst einmal woanders hinreist.
  • Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt/Ihrer Ärztin eine Bescheinigung in englischer Sprache ausstellen, dass Sie diese Medikamente regelmäßig einnehmen müssen. So begegnen Sie eventuellen Problemen bei der Einreise und/oder beim Zoll. Ein Musterformular erhalten Sie hier.
  • Achten Sie auch im Urlaub auf die regelmäßige Einnahme Ihrer HIV-Therapie und berücksichtigen eine mögliche Zeitumstellung.
  • Achten Sie auf Lagerungshinweise der Medikamente im Beipackzettel.
  • Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt/Ihrer Ärztin eine gut sortierte Reiseapotheke mit Medikamenten gegen Durchfall, Fieber, Erbrechen zusammenstellen.

Muss ich etwas bei der Ernährung vor Ort beachten?

Um Ihr Immunsystem nicht zusätzlich durch Magen-Darm-Infektionen zu belasten, sind einige Regeln bei der Ernährung im Urlaub zu beachten (siehe Ernährung):

  • Es gilt auch heute noch der Klassiker: „Boil it, cook it, peel it or forget it“, was so viel bedeutet wie essen Sie nur gekochte, gebratene und geschälte Lebensmittel. Das gilt auch für frische Salate: Lieber darauf verzichten. Besser ist gekochtes Gemüse, um den Vitaminbedarf zu decken. Früchte, die man schälen kann, sind erlaubt.
  • Keine Speisen aus rohem Fleisch oder Fisch. Beides sollte gut durchgebraten sein.
  • Sämtliche Getränke nur aus verschlossenen Originalverpackungen verwenden, keine Eiswürfel benutzen.
  • Selbst zum Zähneputzen sollten nur gekauftes Wasser oder abgekochtes Wasser verwendet werden. Getränke aus abgekochtem Wasser, wie Kaffee oder Tee, sind ungefährlich.
  • Vorsicht bei Nachspeisen wie beispielsweise Tiramisu, die mit rohen Eiern hergestellt werden. Gerade im Sommer können diese Speisen mit Salmonellen verseucht sein, die eine schwere Durchfallerkrankung verursachen können.

Welche Impfungen sind wichtig?

Neben den allgemein für HIV-Patienten empfohlenen Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pneumokokken, Grippe und Hepatitis B sind für Reisen in einige Länder möglicherweise zusätzliche Impfungen oder eine Malariaprophylaxe notwendig. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder im Tropeninstitut in Ihrer Stadt von reisemedizinisch erfahrenen Ärzten beraten, welche Impfungen im Einzelfall durchzuführen sind.

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