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Häufige Fragen

 

Hier bekommen Sie Antworten auf die zehn häufigsten Fragen rund um die HIV-Infektion

Mit Abstand am häufigsten, nämlich in nahezu 90% aller Fälle, wird das HI-Virus beim ungeschützten Sex übertragen (siehe Wie erfolgt die Ansteckung?). Ein Risiko besteht bei:

Darüber hinaus kann das HI-Virus über die gemeinsame Benutzung von Spritzen und Nadeln bei Drogenabhängigen übertragen werden. Eine Übertragung ist auch von einer HIV-positiven Frau auf das Kind während der Schwangerschaft, der Geburt oder beim Stillen möglich.

Der englische Begriff „Safer Sex“ bedeutet übersetzt so viel wie „geschützter Sex“. Gemeint ist, sich so zu verhalten, dass keine Körperflüssigkeiten in den Körper der Partnerin oder des Partners gelangen, und dass umgekehrt solche Körperflüssigkeiten nicht in den eigenen Körper übertragen werden (siehe Sicherheit schützt: Safer Sex!). Konkret lauten die Safer Sex-Regeln:

  • Schützen Sie sich beim vaginalen und analen Geschlechtsverkehr mit Kondomen
    • Verwenden Sie beim Analverkehr extra starke Kondome mit erhöhter Wanddicke und zusätzlich fettfreie Gleitmittel auf Basis von Wasser und Silikon, damit das Kondom durch die höhere mechanische Beanspruchung nicht reißt.
  • Lassen Sie beim Oralverkehr kein Sperma oder Menstruationsblut in den Mund gelangen

Nein. Das HI-Virus kommt zwar auch in Urin, Kot, Speichel, Schweiß und Tränen vor, aber nur in sehr geringer Menge, die für eine Ansteckung nicht ausreicht. Beim Küssen, Händedruck, Anhusten oder dem gemeinsamen Benutzen von Geschirr oder Handtüchern besteht daher keine Ansteckungsgefahr. Das gilt auch für den Schwimmbad- oder Saunabesuch sowie für Duschen und Toiletten (siehe Wie erfolgt die Ansteckung? und HIV und Familie).

Informieren Sie auf jeden Fall Ihren behandelnden Arzt über den "Unfall". Die Ärzte entscheiden, ob eine so genannte HIV Post-Expositions-Prophylaxe, kurz HIV-PEP, sinnvoll ist. Auch wenn es vermutlich im Moment leichter gesagt ist als getan: Ruhe bewahren und sich nicht von der Angst lähmen lassen. In vielen Städten gibt es Beratungsstellen, die Sie aufsuchen können (siehe Adressen und Links). Vereinbaren Sie dort einen Termin und lassen Sie im Gespräch abklären, ob tatsächlich ein Risiko für eine Ansteckung vorliegt, und ein HIV-Test sinnvoll ist (siehe Diagnose).

Nicht unbedingt. Ca. drei bis sechs Wochen nach der Ansteckung mit dem HI-Virus können grippeähnliche Krankheitszeichen auftreten, dazu gehören:

  • Fieber
  • Nachtschweiß
  • Durchfall
  • Abgeschlagenheit
  • Lymphknotenschwellungen

Allerdings treten diese Symptome auch bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen auf, sie sind also nicht typisch für eine HIV-Infektion (siehe Symptome). Wenn Sie unsicher sind, gehen Sie zu Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin und sprechen Sie Ihre Befürchtungen offen aus. Ihr Arzt/Ihre Ärztin werden Sie beraten, was weiter zu tun ist.

Beim HIV-Test wird das Blut auf Abwehrstoffe (Antikörper) untersucht, die als Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem) auf eine Ansteckung mit dem HI-Virus gebildet werden (siehe Diagnose). Da das körpereigene Abwehrsystem nach einer Ansteckung eine gewisse Zeit braucht, um genug Antikörper gegen das HI-Virus zu bilden, kann der HIV-Test erst sechs Wochen nach einer Risikosituation eine HIV-Infektion sicher ausschließen. Ist der Test nach drei Monaten negativ, haben Sie sich sicher nicht angesteckt.

Viele Gesundheitsämter und AIDS-Beratungsstellen bieten einen kostenlosen und anonymen HIV-Test mit umfassender Beratung an (siehe Diagnose). Einen HIV-Test können Sie auch bei Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin durchführen lassen. Wenn kein medizinischer Grund vorliegt, müssen Sie den Test beim Hausarzt selbst bezahlen. Der Test kostet ca. 15 €.

Solche „Heim-Tests“ oder „Schnell-Tests“ für zuhause, die oft über das Internet angeboten werden, sind in Deutschland nicht zugelassen. Das hat gute Gründe, denn diese Tests sind zu kompliziert, liefern oft falsche Ergebnisse und sind daher alles andere als sicher und zuverlässig (siehe Diagnose).

Auch wenn darüber immer wieder Gerüchte in den Medien auftauchen: Nein. Es wird weltweit zwar intensiv dazu geforscht, aber es gibt noch keine Impfung gegen die Ansteckung mit dem HI-Virus. Bis dahin bleiben „Safer Sex“, sowie eine effektive ART die einzigen Möglichkeiten, eine HIV-Infektion zu vermeiden (siehe Sicherheit schützt: Safer Sex!).

Nein, leider nicht. Mit den modernen Medikamenten der hochaktiven antiretroviralen Therapie, abgekürzt ART, kann man die Virusvermehrung hemmen und die Schwächung und Schädigung des körpereigenen Immunsystems verhindern (siehe Therapie). Das Fortschreiten der HIV-Infektion wird damit zu einem gewissen Stillstand gebracht – aber eine Heilung ist nach wie vor nicht möglich. Denn mit keiner Therapie lässt sich bisher das HI-Virus aus dem Körper vollständig entfernen, und die HIV-Infektion rückgängig machen.