Therapie

 

Zu Beginn der HIV-Epidemie stand die Medizin der HIV-Infektion und AIDS machtlos gegenüber und viele Prominente wie der Sänger Freddie Mercury, die Schauspieler Rock Hudson und Anthony Perkins, der Ballett-Tänzer Rudolf Nurejew sowie der Künstler Keith Haring starben innerhalb weniger Jahre nach der Ansteckung mit dem HI-Virus an der AIDS-Krankheit.

Dank enormer Forschritte in der Forschung hat sich die Situation erheblich geändert. Mit der heute verfügbaren antiretroviralen Therapie kann das Fortschreiten der HIV-Infektion zu einem gewissen Stillstand gebracht werden. Die HIV-Infektion ist mit den modernen Medikamenten heute eine langfristig behandelbare, chronische Erkrankung geworden. Trotzdem ist eine Heilung nach wie vor nicht möglich, denn mit keiner Therapie lässt sich bisher das HI-Virus aus dem Körper vollständig entfernen und die HIV-Infektion rückgängig machen.

Ziel der Behandlung ist es, die Vermehrung der HI-Viren im Körper zu hemmen, um damit die Schädigung und Schwächung des körpereigenen Immunsystems zu verhindern. Zugleich wird damit auch die Ansteckungsgefahr geringer. Genauer gesagt soll:

  • die Menge von HI-Viren im Blut, die sogenannte Viruslast, so weit wie möglich gesenkt werden.
    • Die Viruslast gibt die Zahl der HI-Viren pro einem Milliliter (ml) Blut an. Idealerweise sollte die Virusmenge im Blut so niedrig sein, dass der Viruslast-Test die Viren nicht mehr erfassen kann. Das ist der Fall, wenn weniger als 50 Viruskopien in einem Milliliter Blut vorhanden sind. Man spricht dann von einer Viruslast unter der Nachweisgrenze.
  • die Anzahl der T-Helferzellen (CD4-Zellen) im Blut ansteigen.
    • Als Maß für die Zerstörung des Immunsystems durch die HI-Viren gilt die CD4-Zellzahl im Blut eines HIV-Infizierten. Bei gesunden, nicht HIV-infizierten Menschen finden sich zwischen 500 und 1.200 CD4-Zellen pro Mikroliter (µl) Blut. Bei Patienten mit einer HIV-Infektion wird heute allgemein der Beginn einer Behandlung bei CD4-Zellzahlen von 500 pro µl Blut oder darunter empfohlen. 1

Diese beiden Werte, die Viruslast und die CD4-Zellzahl, werden während der Therapie bei Kontrolluntersuchungen regelmäßig geprüft, um sicherzustellen, dass die Behandlung anschlägt und anhaltend wirkt.

Um das Ziel der Hemmung der Virusvermehrung zu erreichen, setzen Ärzte heute die sogenannte „ antiretrovirale Therapie“, abgekürzt ART ein. Dabei werden meistens drei verschiedene Wirkstoffe miteinander kombiniert, wobei mindestens zwei davon auf unterschiedliche Weise wirken. Mit dieser Kombinationstherapie lässt sich die Virusvermehrung besser hemmen und vermeiden, dass die Viren gegen das Medikament widerstandsfähig und unempfindlich werden, also eine Resistenz entwickeln (siehe Therapieresistenz). Die HIV-Therapie muss in der Regel ein Leben lang eingenommen werden.

 Wissen HIV-Therapie 2009

Schon gewusst?

Im Jahr 2014 erhielten weltweit mehr als 13 Millionen Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen Zugang zu einer HIV-Therapie. Das entspricht einem Anstieg um das 34-fache im Vergleich zum Jahr 2003.1