Therapie

Medikamentöse Therapie

 

Heute stehen mehr als 30 Einzel- und Kombinationsmedikamente für die HIV-Therapie zur Verfügung. Alle Medikamente haben ein Ziel: Sie verhindern die Vermehrung des HI-Virus im Körper (siehe Was passiert nach der Ansteckung im Körper?) und greifen dabei an unterschiedlichen Stellen des Vermehrungszyklusses an. Entsprechend dieser Angriffsstellen werden die Medikamente in vier große Wirkstoffklassen unterteilt:

1. Reverse-Transkriptase-Inhibitoren

  • hemmen den Eiweißstoff (= Enzym) Reverse Transkriptase, mit dem das HI-Virus seine Erbinformation übersetzt: Die Erbinformation des HI-Virus besteht aus RNA und muss in DNA umgeschrieben werden, bevor es in die Wirtszellen integriert werden kann.
  • werden unterschieden in

2. Protease-Inhibitoren (PI)

  • hemmen das Enzym Protease, das die HI-Viren benötigen, um aus den Virusbestandteilen neue Viren herzustellen

3. Integrase-Inhibitoren

  • verhindern, dass das HI-Virus seine Erbinformationen in die T-Helferzelle einbaut

4. Entry-Inhibitoren (= Hemmer)

  • übersetzt „Eintrittshemmer“; verhindern, dass das HI-Virus an die T-Helferzelle andockt und in sie eindringt
Mit welchen Nebenwirkungen muss ich rechnen?

Wie überall in der Medizin gilt auch in der HIV-Behandlung: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Nebenwirkungen treten jedoch von Patient zu Patient unterschiedlich stark auf und/oder werden unterschiedlich empfunden. Manche Nebenwirkungen werden als weniger unangenehm empfunden, andere wiederum können Ihren Alltag und Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Einige Patienten haben überhaupt keine Nebenwirkungen.

Allgemein sind Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Muskel- und Kopfschmerzen sowie Hautausschläge häufige Nebenwirkungen einer HIV-Therapie. Sie treten jedoch oft nur zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden von alleine wieder, wenn der Körper sich an die Medikamente gewöhnt hat.

Sprechen Sie auf alle Fälle mit Ihrem behandelnden Arzt/Ihrer Ärztin, wenn Sie unter Nebenwirkungen einer HIV-Therapie leiden und lassen Sie sich beraten, was dagegen getan werden kann. Reduzieren Sie auf keinen Fall eigenständig die Menge der Medikamente oder beenden die Behandlung, denn dies würde den Erfolg Ihrer Therapie erheblich gefährden (siehe Therapietreue).

 Medikamente Behandlung HIV

Schon gewusst?

Im Jahr 1987 wurde das weltweit erste Medikament zur Behandlung der HIV-Infektion in den USA zugelassen.