Therapie

Therapieresistenz

 

Als Therapieresistenz gilt, wenn im Laufe der Behandlung Krankheitserreger gegen die Medikamente widerstandsfähig geworden sind. Anders gesagt: Das Medikament wirkt gegen den Krankheitserreger nicht mehr.

Auch bei der HIV-Therapie gibt es eine Therapieresistenz: Die Wirksamkeit der HIV-Therapie lässt nach, weil das HI-Virus unempfindlich und widerstandsfähig gegen die verabreichten Medikamente geworden ist. Infolgedessen vermehrt sich das HI-Virus wieder, die Viruslast im Blut steigt an und die Zahl der T-Helferzellen sinkt. Kurz: Die Behandlung versagt und es muss auf eine andere Kombinationstherapie gewechselt werden.

Heute stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, auf die man bei einer Therapieresistenz ausweichen kann; sie bedeutet nicht das Ende Ihrer HIV-Therapie. Doch die Möglichkeiten sind nicht unbegrenzt. Eine Therapieresistenz sollte daher so lange wie möglich vermieden werden.

Resistenzen können immer dann entstehen, wenn die Menge der HIV-Medikamente im Körper zu gering ist und sich das HI-Virus wieder vermehren kann. Das kann durch Vergessen von Tabletten, also mangelnder Therapietreue, der Fall sein oder auch bei Durchfall und Erbrechen.

Wird die Einnahme der HIV-Medikamente immer wieder vergessen, reicht die Menge nicht mehr aus, um die Vermehrung von HI-Viren wirksam zu unterdrücken. Die Viren vermehren sich wieder. Und das geht rasend schnell: Bei einem HIV-Infizierten können 10 Milliarden neuer Viren pro Tag produziert werden.

Bei dieser Geschwindigkeit der Vermehrung können sich Fehler einschleichen. Diese Fehler werden als Mutationen bezeichnet. Mutationen führen dazu, dass neu gebildete HI-Viren anders aufgebaut sind als die „Original“-HI-Viren. Und diese neuen Virus-Varianten sprechen nicht mehr auf die bisher eingesetzten Medikamente an, sie sind resistent und können sich trotz der Therapie nun ungehindert vermehren. Nach kurzer Zeit gibt es nur noch resistente HI-Viren im Körper, die Behandlung versagt.

Daher gilt: Das Risiko, resistente HI-Viren zu entwickeln, ist umso geringer, je weniger Möglichkeiten das HI-Virus hat, sich zu vermehren. Denn wenn keine Virus-Vermehrung stattfindet, können auch keine Mutationen und damit keine veränderten, mutierten Viren entstehen.

Übrigens sind mutierte Viren leider auch übertragbar. Das heißt, manche HIV-Patienten haben sich mit resistenten HI-Viren angesteckt, bei denen bestimmte Medikamente von vorneherein nicht wirken.

Ob die HIV-Behandlung bei Ihnen erfolgreich ist, wird regelmäßig anhand der Viruslast und der Anzahl der T-Helferzellen in Ihrem Blut kontrolliert (siehe Was sind die Therapieziele?). Steigt die Viruslast trotz Therapie über die Nachweisgrenze und sinkt die T-Helferzellzahl, kann eine Resistenz auf die Medikamente vorliegen, die Sie einnehmen.

Um das herauszufinden werden so genannte Resistenztests durchgeführt. Dabei wird die Blutprobe mit dem HI-Virus im Labor untersucht und festgestellt, ob die Medikamente, die Sie einnehmen, die Vermehrung des HI-Virus hemmen.

Heute wird allgemein auch schon vor Beginn der ersten HIV-Therapie ein Resistenztest durchgeführt. Medikamente, gegen die das HI-Virus resistent ist, werden dann erst gar nicht eingesetzt. Das erspart eine unwirksame Behandlung mit möglichen Nebenwirkungen.

Resitenz HIV

Schon gewusst?

Das Risiko einer Resistenzentwicklung ist am geringsten, wenn sich das HI-Virus nicht vermehren kann.